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Die Städchen Istriens Die vier als Weltkulturerbe anerkannten Städte stellen kein vereinzeltes Phänomen dar.In wesentliches Merkmal Kroatiens ist seine hochentwickelte urbane Kultur. Nirgendwo sonst in Südosteuropa finden sich so viele Städte auf geringem Raum. Zum größten
Teil stammen sie aus der Antike oder aus dem Mittelalter. Jede Stadt
hat ihre Eigenart und ist von der jeweiligen Epoche geprägt.
Von den harmonisch gestalteten urbanen Einheiten aus dem reichen Erbe
der Kulturdenkmäler Kroatiens, die äußerst sehenswert
sind, sollen hier nur einige vorgestellt werden. Sie gehören
weder zu den größten noch zu den bedeutendsten, sondern
eher zu jenen Städten, auf die wir rein zufällig stoßen,
die sich aber trotzdem in unserer Erinnerung einprägen, vielleicht
auch gerade, weil wir uns unerwartet dort eingefunden haben (genauso
wie es mit neuen Freundschaften ist, die wir auf Reisen schließen,
der Fall ist).
LABIN ist gesäumt von einer Reihe von Dächern und Häusern, die der Form des Hügels folgen; sie wurden auf dem mittelalterlichen Stadtwall errichtet, vornehmlich zur Zeit des Barock, nachdem Stadtbefestigungen ihren eigentlichen Sinn verloren hatten. In der Stadt gibt es auch stattliche Adelhäuser, deren prächtigstes in ein reichhaltig ausgestattetes Museum umgewandelt wurde. Die Hauptachse der Stadt, die wie ein Vogelnest auf dem Hügel ruht, bildet der Glockenturm der Pfarrkirche mit seiner achteckigen Laterne, die ihn dem Glockenturm der Basilika in Aquilea ähnlich macht. Zum Patriarchat Aquilea gehörte ganz Istrien, ehe es von Venedig erobert wurde. BUJE hat sich mit seinen mittelalterlichen Straßen an die Form der Bergkuppe angepaßt, aber hier ragt nicht nur der Glockenturm aus dem Stadtgefüge heraus, sondern auch die Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert, eine der (nebst Buzet und Rovinj) größten und an Bildern und Statuen reichsten Kirchen; auch ihre Schatzkammer ist beachtenswert, und eine Besichtung ist sicher lohnend. Auch MOTOVUN hat einen ovalen rundriß und wohlerhaltene mittelalterliche Mauern und Türme. Der Kirchturm diente zugleich als höchster Burgturm und hat daher einen für die Türme des 14. Jahrhunderts typischen Zinnenkranz. Aus dem fruchtbaren und immer grünen Tal der Mirna steigt, gesäumt von Häusern, die Zufahrtstraße spiralförmig zum Stadttor empor. Der kroatische Dichter Vladimir Nazor hat der Stadt mit seiner Legende vom Großen Joseph (Veli Joie) ein poetisches Denkmal gesetzt. In Motovun finden kulturelle Veranstaltungen und internationale Symposien über mittelalterliche Kunst statt. GROZNJAN,
ein mittelalterliches Städtchen mit schöner Renaissanceloggia,
ist ein Beweis dafür, daß alte, überwiegend verlassene
Orte eine neue Bestimmung bekommen können, nachdem die jungen
Leute auf der Suche nach Arbeit und Vergnügen in größere
Städte gezogen sind, meist an die Küste. In Groinj an wurden
viele verlassene und baufällige Häuser von Malern und anderen
Künstlern und Wissenschaftlern erneuert, die dort die Sommermonate
verbringen. Alljährlich finden auch internationale jugendmusikfestspiele
statt, so daß auf Schritt und Tritt Musik erklingt und ganz
Groinjan jugendlich wiederaufblüht.
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