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Die Städchen Istriens

Die vier als Weltkulturerbe anerkannten Städte stellen kein vereinzeltes Phänomen dar.In wesentliches Merkmal Kroatiens ist seine hochentwickelte urbane Kultur. Nirgendwo sonst in Südosteuropa finden sich so viele Städte auf geringem Raum.

Zum größten Teil stammen sie aus der Antike oder aus dem Mittelalter. Jede Stadt hat ihre Eigenart und ist von der jeweiligen Epoche geprägt. Von den harmonisch gestalteten urbanen Einheiten aus dem reichen Erbe der Kulturdenkmäler Kroatiens, die äußerst sehenswert sind, sollen hier nur einige vorgestellt werden. Sie gehören weder zu den größten noch zu den bedeutendsten, sondern eher zu jenen Städten, auf die wir rein zufällig stoßen, die sich aber trotzdem in unserer Erinnerung einprägen, vielleicht auch gerade, weil wir uns unerwartet dort eingefunden haben (genauso wie es mit neuen Freundschaften ist, die wir auf Reisen schließen, der Fall ist).
Falls Sie im Norden oder im Westen nach Kroatien einreisen, empfehlen wir Ihnen, nicht einfach nur die Küste entlang zu fahren oder am ersten der zahlreichen wunderschönen Strände Halt zu machen, sondern zumindest einen halben Tag das Landesinnere von Istrien zu besuchen. Sie werden sehen, daß viele typisch istrische mittelalterliche Städtchen, die wie steinerne Kronen über den grünen Hügeln emporragen, dicht aneinander gereiht sind, ein Landschaftsbild, das nicht oft vorkommt. Dieses Bild ist als Hintergrundmotiv auch auf vielen istrischen Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert zu finden. Die istrischen befestigten Städtchen bilden so ein dichtes Netz, so daß es im Mittelalter möglich war, im Nu eine Meldung zu signallsieren, zum Beispiel wenn sich Handelsschiffe oder Kriegsgaleeren näherten, und zwar von der Ostküste der KvarnerBucht, von den Städtchen Plomin über Krsan, Pican, Gracisce und Lindar bis hin zum Zentrum der Halbinsel - Pazin. Es wäre schade, nicht die Städtchen Motovun, Buje, Buzet, Roc, Draguc, Beram, Baraban, Sveti Lovrec, Labin, Barban, Oprtalj, Zavrsje und noch viele andere zu besuchen. Werfen Sie daher einen Blick auf die Auswahl, die wir für Sie getroffen haben.


Die mittelalterlichen Städtchen Istriens stellen wir aus der Luft vor, denn so kommt ihr charakteristischer organischer Aufbau besser zur Geltung.

LABIN ist gesäumt von einer Reihe von Dächern und Häusern, die der Form des Hügels folgen; sie wurden auf dem mittelalterlichen Stadtwall errichtet, vornehmlich zur Zeit des Barock, nachdem Stadtbefestigungen ihren eigentlichen Sinn verloren hatten. In der Stadt gibt es auch stattliche Adelhäuser, deren prächtigstes in ein reichhaltig ausgestattetes Museum umgewandelt wurde. Die Hauptachse der Stadt, die wie ein Vogelnest auf dem Hügel ruht, bildet der Glockenturm der Pfarrkirche mit seiner achteckigen Laterne, die ihn dem Glockenturm der Basilika in Aquilea ähnlich macht. Zum Patriarchat Aquilea gehörte ganz Istrien, ehe es von Venedig erobert wurde.

BUJE hat sich mit seinen mittelalterlichen Straßen an die Form der Bergkuppe angepaßt, aber hier ragt nicht nur der Glockenturm aus dem Stadtgefüge heraus, sondern auch die Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert, eine der (nebst Buzet und Rovinj) größten und an Bildern und Statuen reichsten Kirchen; auch ihre Schatzkammer ist beachtenswert, und eine Besichtung ist sicher lohnend.

Auch MOTOVUN hat einen ovalen rundriß und wohlerhaltene mittelalterliche Mauern und Türme. Der Kirchturm diente zugleich als höchster Burgturm und hat daher einen für die Türme des 14. Jahrhunderts typischen Zinnenkranz. Aus dem fruchtbaren und immer grünen Tal der Mirna steigt, gesäumt von Häusern, die Zufahrtstraße spiralförmig zum Stadttor empor. Der kroatische Dichter Vladimir Nazor hat der Stadt mit seiner Legende vom Großen Joseph (Veli Joie) ein poetisches Denkmal gesetzt. In Motovun finden kulturelle Veranstaltungen und internationale Symposien über mittelalterliche Kunst statt.

GROZNJAN, ein mittelalterliches Städtchen mit schöner Renaissanceloggia, ist ein Beweis dafür, daß alte, überwiegend verlassene Orte eine neue Bestimmung bekommen können, nachdem die jungen Leute auf der Suche nach Arbeit und Vergnügen in größere Städte gezogen sind, meist an die Küste. In Groinj an wurden viele verlassene und baufällige Häuser von Malern und anderen Künstlern und Wissenschaftlern erneuert, die dort die Sommermonate verbringen. Alljährlich finden auch internationale jugendmusikfestspiele statt, so daß auf Schritt und Tritt Musik erklingt und ganz Groinjan jugendlich wiederaufblüht.

 

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