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Die Entfaltung urbaner Kultur

In Kroatien gibt es drei urbane Einheiten sowie einen architektonischen Komplex, die in die UNESCO - Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden sind. Es handelt sich um den spätantiken Diokletianpalast (Anfang 4. Jh.), der im Laufe der Jahrhunderte zum mittelalterlichen Stadtkern von Split umgebaut wurde, ferner um die Städte Dubrovnik und Trogir sowie die Euphrasios-Basilika (6. Jh.) in Porec.

SPLIT ist einzigartig in der ganzen Welt für die harmonische Art und Weise, auf welche der monumentale Palast in den folgenden Jahrhunderten zur Stadt umgebaut wurde. Davon zeugt insbesondere das Peristyl, wo inmitten antiker Säulen die Fassaden von Häusern und Palästen im romanischen und gotischen sowie im Stil der Renaissance und des Barock zu sehen sind. Das oktogonale Kaisermausoleum wurde zur Kathedrale umgebaut, in der sich zahlreiche Denkmäler von der Romanik bis zum Barock befinden. Der angebaute romanische Glockenturm hat dem Stadtbild eine Vertikale verliehen.

DUBROVNIK war die Hauptstadt eines kroatischen Freistaats, der als unabhängige Republik Dubrovnik vom 14. Jahrhundert bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts mit seiner Handelsflotte den einzigen ebenbürtigen Rivalen der Republik Venedig in den Gewässern der Adria darstellte. Beide Republiken wurden von Napoleon aufgelöst (Venedig im Jahr 1792, Dubrovnik im Jahr 1806). Der planmäßige Ausbau Dubrovniks erfolgte im 13. Jahrhundert. Die Stadt ist durch ihre ausgezeichnet erhaltenen Stadtmauern und Türme (aus dem Zeitraum zwischen dem 14. und 16. Jh.), durch Hunderte von berühmten öffentlichen Gebäuden (die Divona, Münzpräge, Rektorenpalast), Kirchen, Häusern und Palästen so einmalig, daß ihr individuelles Gepräge in ganz Europa nur mit Venedig oder Amsterdam verglichen werden kann.

POREC an der Westküste Istriens liegt auf einer Landzunge, die idealen Schutz bot und nur vor möglichen Angriffen vom Festland aus verteidigt werden mußte. Im 2. Jahrhundert bauten die Römer die Siedlung in Form eines regelmäßigen Netzes von rechtwinklig sich kreuzenden Straßen mit den Hauptstraßen Decumanus und Cardo, um die herum die" Häuserinseln " angeordnet sind.s Diese Raumkonfiguration ist bis heute noch erhalten. Das bedeutendste Denkmal stellt der Komplex der Euphrasios-Basilika mit Atrium, Baptisterium, Bischofspalais und dreischiffig Basilika, in der äußerst wertvolle Wandmosaiken aus dem 6. Jahrhundert, die man nur mit den berühmten Mosaiken von Ravenna vergleichen kann, erhalten sind. In der Stadt sind auch heute mehrere romanische Häuser und das monumentale Kanoniker-Haus (13. Jh.) sowie zahlreiche Häuser im Stil der Gotik und Renaissance zu sehen.

TROGIR entstand auf einer kleinen Insel, die durch Brücken mit dem Festland und der benachbarten Insel Ciovo verbunden ist. Gegründet wurde die Stadt bereits im 4. Jahrhundert vor Christus von den Griechen, von den Römern wurde sie ausgebaut. Seine heutige Gestalt erhielt Trogir jedoch in der Romanik im 13. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammen viele der romanischen Häuser sowie der monumentale Dom, dessen Zierde das größte und schönste romanische Portal im Adriaraum, ein Werk des Meisters Radovan (1240), ist. Der Dom erhielt im 15. Jahrhundert eine Taufkapelle, ein Werk von Andreas Alexi, die von einer Stilmischung aus Gotik und Renaissance zeugt, sowie die Kapelle des seligen Johannes von Trogir im Renaissancestil (Alexi und Nikolaus der Florentiner, 1468). Die Kapelle ist mit ihren rund 150 (!) Reliefs und Skulpturen menschlicher Gestalten und Gesichter in Stein, wobei vorwiegend Kinder dargestellt sind, das prächtigste Denkmal des humanistischen Geistes der Frührenaissance in Europa. Auf der anderen Seite des Platzes steht die Stadtloggia, die im Mittelalter als Gerichtsgebäude diente. Dort befindet sich der im Renaissancestil gebaute und mit einer Reihe von Reliefs verzierte "Altar der Gerechtigkeit" (ein Werk des Florentiners und Alexis aus dem Jahr 1471). Diese und andere Denkmäler, beispielsweise das Palals der Familie Cipiko, weisen darauf hin, daß Trogir im 15. Jahrhundert zu den Zentren der Frührenaissance gehörte, wobei zu betonen ist, daß die Renaissance in Europa, ausgenommen in Italien, erst im 16. Jahrhundert in Erscheinung trat.


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