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Vor der adriatischen Küste sind 1185 Inseln verstreut, die aus steilen Felsen und ein paar Handvoll Erde bestehen. Die Insel Susak ist eine der seltenen, die die Natur aus Sand geschaffen hat. Es wurde ausgerechnet, daß es dort ungefähr 20 Millionen Kubikmeter Sand gibt, und das verleiht dem Wein von Susak ein besonderes Aroma. Aber nicht nur deshalb ist Susak einzigartig. Die Frauen tragen die für Susak typische Kurzrock-Tracht, und selbst wenn Sie gut kroatisch sprechen, werden Sie die Sprache hier nicht immer verstehen. In Gornje selo findet man das älteste Denkmal auf Susak, die Ruine eines Benediktinerklosters aus dem 11. Jahrhundert und die Kirche des Heiligen Nikola, dem Schutzpatron des Ortes.

Jede dieser Inseln - hier müßte man auch Koludarac, Unije und andere erwähnen - hat eine eigene Geschichte und eigene Gebräuche, gemeinsam ist ihnen ihre einmalige Schönheit. Nur wenige Einwohner verbringen das ganze Jahr hier, und jedes Jahr wird ihre Zahl geringer. Aber im Sommer wird es hier lebendig, man hört die Inselmundart mit einigen amerikanischen Wörtern, die sich eingeschlichen haben. Die, die weggegangen sind, um ihr tägliches Brot, einen höheren Lebensstandard oder eine Braut zu suchen, kommen jeden Sommer zurück. Die Heimat kann man eben nicht vergessen. Eine junge, in New York geborene und ansässige Susakerin hat die Inselbewohner ein wenig durcheinandergebracht, als sie anstelle der bescheidenen Inseltracht einen modernen Minirock anzog, statt eines Gatten brachte sie, wie sie sagte, ihren "Verlobten" mit, einen Verlobungsring aber hat keiner gesehen. Hier ist etwas nicht in Ordnung, hört man nach der Sonntagsmesse die Inselbewohner flüstern. Macht nichts, Hauptsache, die Kleine ist gesund...

Altes und Neues, Tradition und Modernität sind überall verflochten. Diese Harmonie, die konnte auch von jenem Amerikaner aus Susak nicht gestört werden, der, um zu beweisen, daß er es in der weiten Welt wirklich "geschafft" hat, ein Kabrio mitbrachte. Alle sahen es, gefahren damit ist keiner: Auf den schmalen Straßen von Susak kommen schon zwei Menschen kaum aneinander vorbei. Ein Auto hat da gar keine Chance.

Waren Sie je auf Rab, der nächsten in der Reihe der Inseln im Kvarner Golf? Schon 1889 wurde Rab vom damaligen Gemeinderat zum Seebad und Kurort erklärt und ein Ausschuß gegründet, der die Aufgabe hatte, sich um die Einrichtung von Pfaden, Badeorten und Gästezimmern zu kümmern. Die gastfreundlichen Bewohner von Rab legten schon damals ihre künftigen Ziele fest. Einen neuen und äußerst wichtigen Anstoß für den Tourismus auf Rab gab der britische König Edward VIII. Mit der Dame seines Herzens, der Amerikanerin Wallis Simpson, war er, so sagt man, der erste, der"ohne" gebadet hat.

Eigentlich ist Rab vom Festland getrennt, durch den Podvelebitski Kanal aber dennoch damit verbunden. Ein Aufenthalt auf dieser Insel, wo das Thermometer nur ganz selten unter Null sinkt, wird besonders schön durch den Schnee des Velebitgebirges, der vom nahe gelegenen Festland herüberschimmert. Schnee auf der Insel selbst kann allerdings in diesem Jahrhundert an 5 Fingern abgezählt werden.

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